Es ist nicht unüblich, dass die Kanaren in den Wintermonaten gelegentlich von atlantischen Tiefs gestreift werden und somit auch ihre Wasserreserven für die trockenen Sommermonate auffüllen. Doch das letzte Tief die Tage hatte es in sich, es brachte von Südwesten teils sinnflutartige Regenfälle, begleitet durch schwere Gewitter. Ein solches Szenario ist doch eher unüblich für die Region. Besonders heftig wurde die Hauptstadt Santa Cruz auf Teneriffa getroffen, hier bedeckte eine Schlammlawine fast alle Straßen der Innenstadt, außerdem brach die Stromversorgung zusammen und etwa 30000 Leute waren ohne Strom. Die Regionalregierung der Kanaren hatte an allen Schulen der Inseln unterrichtsfrei gegeben. An der Universität in Las Palmas auf Gran Canaria wurden die Vorlesungen abgesagt. Zahlreiche Landstraßen auf den Kanaren waren unpassierbar, weil sie unter Wasser standen oder nach Erdrutschen von Geröllmassen blockiert wurden. Heftige Stürme behinderten den Schiffsverkehr. Auf der Insel La Palma rissen Wellen mehrere parkende Autos in den Atlantik. 30 Menschen wurden aus ihren Wohnungen in Sicherheit gebracht, weil der Seegang ihre Häuser an der Küste bedrohte. Die Station Santa Cruz auf Teneriffa meldete am 01.02 einen Gesamtniederschlag von 80mm! In St. Cruz auf La Plama wurde eine Spitzenböe von 91km/h registriert (10Bf)! Inzwischen hat sich die Lage aber wieder beruhigt. (sz)
- Quelle (teilweise): Artikel von N24 (02.02.2010)
- Satelitenbild: AEMET (esp)