Am gestrigen Donnerstag zogen unwetterartige Dauer- und Starkniederschläge von West nach Ost über unseren Bereich. Bemerkenswert waren dabei die insgesamt gefallenen Regenmengen, wobei es einen eng begrenzten Streifen (20-30km Nord-Südausrichtung) vom nördlichen NRW bis hin zum südlichen Niedersachsen extrem heftig getroffen hat, hier wurden in 24h neue Rekordwerte von 187,5mm Regen gemeldet. Der für den Monat übliche Niederschlag liegt im Mittel bei knapp 70mm, somit fielen die letzten 24h faktisch gesehen mehr als das Doppelte des im Monat üblichen Niederschlages! Beachtet man, dass der Jahresniederschlag bei etwa 650mm liegt, so sind mehr als 1/4 des Jahresniederschlages allein am gestrigen Tag gefallen! Ein Ereignis, welches allerhöchstens alle 10 Jahre einmal auftritt. Doch bevor auch die Region Hannover unter die Lupe genommen wird, zunächst zur Wetterlage. Eine zunächst noch steuernde Zyklone bildete über unseren Vorhersagebereich eine langgestreckte Tiefdruckrinne aus, wobei es an dessen West- und Ostflanke zur Teiltiefbildung kam. Die Struktur hingegen bewegte sich langsam ostwärts über unseren Bereich. Entsprechend bewegte sich der resultierende Frontenzug regional nur sehr gering nach Norden oder nach Süden. Die Rinne trennte zunehmend feucht schwüle Luftmassen aus dem Südwesten von atlantischer Kaltluft im Norden, entsprechend verstärkten sich die Niederschläge zunehmend. Eines der Teiltiefs über Frankreich übernahm schließlich die Regie und zog unter Verstärkung in der letzten Nacht in unsere Richtung, was ein erneutes Aufleben der Niederschlagsaktivität mit sich führte. Zum frühen Nachmittag wird das Tief unseren Bereich ostwärts verlassen, wobei die Strömung dann auf Nord dreht und polare Luftmassen in unseren Bereich führt. In der Höhenkalten Luft entwickeln sich über das Wochenende immer wieder teils kräftige Schauer oder Gewitter, die aber kein weiteres
Unwetterpotential haben werden. Nun aber wieder zu den Auswirkungen… Einige der Spitzenreiter waren Steinfurt mit 187mm, Ahaus mit 159mm, Osnabrück mit 130mm, Stadthagen 115mm, Barsinghausen 110mm. In den Kreisen Osnabrück (NDS) und Steinfurt (NRW) wurde Katastrophemalarm ausgerufen. Der Bahnverkehr im Münsterland kam fast vollständig zum Erliegen, viele Straßen sind wegen Hochwassers gesperrt. In Rheine droht ein Regenrückhaltebecken ein großes Industriegebiet zu überfluten. Auch im niedersächsischen Stadthagen steht das Wasser in vielen Straßen meterhoch, die Stadt sei inzwischen auch nur noch über die Bundesstraße erreichbar. Auch einige Autobahnen waren von den Sperrungen betroffen, darunter die A30 bei Osnabrück und die A2 im Weserbergland. Hannover lag nach Angaben des DWD an der Ostseite des neftigen Starkniederschlags, das IMUK hat 36 stündige Regenmengen von etwa 80mm registriert, wobei die Stadt recht glimpflich davon kam. Ganz anders die Station Barsinghausen, die bis heute früh nun 110mm Regen registriert hat. Bis auf einige Straßensperrungen und Problemen im Zugverkehr kam es aber nicht zu größeren Problemen. Auf der anderen Seite bildeten sich besonders gestern Abend bis tief in die Nacht hinein in der Subtropikluft südlich der Front teils unwetterartige Gewitter mit Starkegen von 60mm in der Stunde und teils schweren Sturmböen. (sz)